WeltReport

Trump Regierung schlägt Alarm: Dieser China Trick kostet die USA Milliarden

Es geht um Waren, die plötzlich ihre Herkunft wechseln sollen, Zwischenstopps in anderen Ländern und am Ende um bis zu 26 Milliarden Dollar pro Jahr. Die Trump-Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen. . .

Von Ceren Balantekin · · 4 min Lesezeit

Trump Regierung schlägt Alarm: Dieser China Trick kostet die USA Milliarden

Es geht um Waren, die plötzlich ihre Herkunft wechseln sollen, Zwischenstopps in anderen Ländern und am Ende um bis zu 26 Milliarden Dollar pro Jahr. Die Trump-Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen ausländische Exporteure und nimmt dabei vor allem China ins Visier. In einem neuen 25-seitigen Bericht aus dem Weißen Haus ist von einem groß angelegten „Transshipment Scam“ die Rede. Gemeint ist eine Methode, mit der US-Zölle umgangen werden können. Waren werden nicht direkt in die USA geliefert, sondern zunächst über ein anderes Land geschleust. Dort reichen mitunter Verarbeitungsschritte, eine neue Verpackung oder veränderte Dokumente, damit beim anschließenden Import ein anderer Ursprungsort angegeben werden kann. Das kann einen entscheidenden Unterschied machen. Denn je nachdem, aus welchem Land eine Ware offiziell stammt, gelten beim Import in die USA unterschiedliche Zölle. 📌Was wird aus einem Zwischenstopp-Zollbetrug?Eine Ware wird nicht automatisch zum Produkt eines neuen Landes, nur weil sie dort umgeladen, neu verpackt oder geringfügig bearbeitet wird. Für US-Zollzwecke kommt es grundsätzlich darauf an, ob eine sogenannte „substantial transformation“ stattgefunden hat. Das Produkt muss sich durch die Verarbeitung wesentlich verändert haben. Die US-Zollbehörde prüft dabei unter anderem, ob eine Ware einen neuen Charakter oder Verwendungszweck bekommen hat. Ein bloßes Umetikettieren reicht dafür nicht. Wird trotzdem ein falsches Ursprungsland angegeben, können dadurch eigentlich fällige Zölle umgangen werden. Trump-Regierung sieht China als wichtigstes BeispielBesonders ausführlich beschäftigt sich der Bericht mit China. Nachdem die USA 2018 unter Donald Trump zusätzliche Zölle auf chinesische Produkte verhängt hatten, sank das direkte US-Handelsdefizit mit China zunächst. Nach Darstellung des Weißen Hauses hatte das allerdings einen Haken. Chinesische Exporteure hätten ihre Waren zunehmend über Drittländer in die USA geschickt. Dort seien Produkte teilweise montiert, weiterverarbeitet, neu verpackt oder mit anderen Dokumenten versehen worden. Über die Jahre sei daraus ein internationales Netz aus Produktionsstandorten, Logistikzentren, Freihandelszonen, Lagern und Umschlagplätzen entstanden, heißt es in dem Bericht. Peter Navarro, Handelsberater von Donald Trump und Leiter des zuständigen „White House Office of Trade and Manufacturing Policy“, formuliert den Vorwurf noch drastischer. China habe auf diese Weise jahrelang seine Exporte „gewaschen“. Bis zu 26 Milliarden Dollar weniger für die USAWie groß das Problem tatsächlich ist, lässt sich nur schätzen. Der Bericht nennt eine enorme Spannbreite. Je nach Berechnung könnten jährlich Waren im Wert von rund 34,2 bis 303 Milliarden Dollar auf diese Weise verschoben werden, um Zölle zu umgehen. Für den amerikanischen Staatshaushalt beziffert das Weiße Haus die entgangenen Zolleinnahmen auf 19 bis 26 Milliarden Dollar pro Jahr. China steht dabei zwar im Mittelpunkt, allein ist das Land aber nicht. Mehr als 40 Staaten werden in dem Bericht als Länder mit einem hohen Risiko für solche Warenumleitungen genannt. Dazu zählen unter anderem Mexiko, Panama, Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Costa Rica und die Dominikanische Republik. Auch Indien könnte nach Ansicht Navarros eine Rolle spielen. Künftige Handelsabkommen der Trump-Regierung sollen deshalb Regeln enthalten, mit denen Handelspartner für entsprechende Praktiken bestraft werden können. Künstliche Intelligenz soll den Trick erkennenWashington versucht inzwischen auch technisch gegenzuhalten. Die US-Zollbehörde Customs and Border Protection setzt laut Navarro in einem Pilotprojekt Künstliche Intelligenz ein, um verdächtige Warenströme und mögliche falsche Herkunftsangaben aufzuspüren. Für Importeure kann eine falsche Angabe teuer werden. Wird nachgewiesen, dass der Ursprung einer Ware verschleiert wurde, können Zölle laut Navarro rückwirkend für ungefähr ein Jahr erhoben werden. Mehr News hier:Damit bekommt Trumps Zollpolitik eine weitere Front. Der US-Präsident setzt seit Jahren auf hohe Einfuhrabgaben, um ausländische Waren zu verteuern und die heimische Produktion zu stärken. Wenn Produkte ihre tatsächliche Herkunft über den Umweg eines Drittlandes verschleiern, kann genau dieses System ausgehebelt werden. Der Bericht erscheint wenige Wochen vor einem geplanten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington im September. Trump selbst war erst im Mai nach Peking gereist.

Quelle: derwesten.de

Mehr zu Amerika