Trumps Rede zum 250. Geburtstag der USA: Make Communism A Talking Point Again!
Trumps Rede zum 250. Geburtstag der USA:Make Communism A Talking Point Again!Gut 75 Jahre nach der McCarthy-Ära beschwört Donald Trump die Gefahr des Kommunismus und knüpft an eines der toxischsten Kapitel. . .

Trumps Rede zum 250. Geburtstag der USA:Make Communism A Talking Point Again!Gut 75 Jahre nach der McCarthy-Ära beschwört Donald Trump die Gefahr des Kommunismus und knüpft an eines der toxischsten Kapitel der USA an. Nicht für alle ein Grund zum Feiern: Am 4th of July hetzt der US-Präsident gegen politisch links von ihm StehendeFoto:Alex Brandon/apManchmal hat eine rein repräsentative Staatsspitzenfunktion wie etwa die des Bundespräsidenten ihre Vorteile. Zum Beispiel, wenn es Nationalfeiertage zu feiern gibt wie jetzt den250. Jahrestag der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Denn dann sind Menschen, die nicht in der tagespolitischen Auseinandersetzung stehen, im Idealfall ein bisschen besser geeignet, einigende Worte zu finden. Solche Reden sind wahrlich nicht immer spannend – aber sie taugen mitunter doch zur Selbstvergewisserung und Besinnung in turbulenten Zeiten. Und dann gibt esDonald Trump. Nicht nur, dass diesem Präsidenten niemand abnimmt, auf irgendeines der historischen Daten, die er in seiner nächtlichen Ansprache in Washington erwähnte, wirklich selbst gekommen zu sein. Nein, er knüpft auch noch an eine der spalterischsten Episoden der US-Geschichte des 20. Jahrhunderts an, wenn er wie in der McCarthy-Ära von 1947 bis 1956 vor derZersetzung der USA durch „den Kommunismus“ im Innernwarnt. Zur McCarthy-Zeit gab es wenigstens noch den Kalten Krieg, also die reale globale Systemauseinandersetzung. Heute gibt es nur einen Präsidenten, der sich selbst jede Definitionsmacht zuspricht, was oder wer zu „Amerika“ gehört. Wer nicht, ist ein Feind. Und will die USA „dem Kommunismus“ zum Fraß vorwerfen, wenn er etwa, wieZohran Mamdani in New York, bezahlbare Mieten und kostenlosen Nahverkehr anstrebt. Manche würden vermutlich sagen, Trumps Idiotien, Korruptheit und rhetorische Absurditäten beschrieben im Kern exakt das Wesen der US-amerikanischen Gesellschaft heute. Wer die USA ein bisschen mag, will das immer noch nicht glauben. Und zwar auch deshalb nicht, weil eben Kandidat*innen aus den Reihen der Demokratischen Sozialisten immer öfter Vorwahlen gewinnen, auch wenn Trump sie als „Kommunisten“ beschimpft. Ob diese oft jungen Engagierten politisch funktionieren, wird sich zeigen. Aber erst mal signalisieren sie, anders als der US-Präsident, dass die USA am 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit noch nicht verloren sind. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50. 000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community!Jetzt unterstützenBernd PickertAuslandsredakteurJahrgang 1965, seit 1994 in der taz-Auslandsredaktion. Spezialgebiete USA, Lateinamerika, Menschenrechte. 2000 bis 2012 Mitglied im Vorstand der taz-Genossenschaft, seit Juli 2023 im Moderationsteam des taz-Podcasts Bundestalk. Bluesky: @berndpickert. bsky. social In seiner Freizeit aktiv bei www. geschichte-hat-zukunft. orgMehr zum ThemaFeiern zu 250 Jahren USAWenn das die Gründerväter wüsstenVor 50 Jahren bekamen die USA die Feierlichkeiten ganz gut über die Bühne. Nicht so jetzt zum 250. Geburtstag, Trump macht halt Trump-Sachen. VonSebastian MollFeiern zu 250 Jahre USATrump der Baumeister und viele grüne AlgenKolumneStadtgesprächvonHansjürgen MaiIm Blau der US-Flagge sollte das Wasserbecken am Lincoln Memorial erstrahlen. Dann beauftragte Donald Trump einen Wahlkampfspender mit den Arbeiten. Demokratische Vorwahlen in New YorkMamdanis Risikospiel geht aufNew Yorks linker Bürgermeister Zohran Mamdani hat sich im demokratischen Vorwahlkampf klar positioniert. Am Dienstag gewinnen seine KandidatInnen. VonSebastian Molltaz FUTURZWEI im Abo entdeckenEndlich mal ein Magazin für Zukunfttaz FUTURZWEI ist unser Magazin für eine bessere Zukunft. Das Abo bietet jährlich vier Ausgaben für nur 38 Euro. Zudem erhalten Sie eine Ausgabe von Luisa Neubauers neuestem Buch „Was wäre, wenn wir mutig sind?“ (solange Vorrat reicht). Jedes Quartal neu in Ihrem BriefkastenNur 38 Euro im JahrAls Prämie Luisa Neubauers „Was wäre, wenn wir mutig sind?“Herausgegeben von Harald WelzerJetzt abonnieren0 Kommentare