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Trumps „Schachpartie“: Die Optionen der USA im Iran

Der US-Präsident hofft auf ein rasches Ende des Konflikts, aber Teheran spielt nicht mit. Eine Eskalation ist nicht ausgeschlossen, eine länger andauernde Hängepartie wahrscheinlicher.

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Trumps „Schachpartie“: Die Optionen der USA im Iran

Vier bis fünf Wochen werde der Iran-Krieg dauern, sagte Donald Trump zu Beginn der Angriffe Ende Februar. Fast ein halbes Jahr später hält der Konflikt weiter an, wenn auch mit deutlich geringerer Intensität als zu Beginn. Der US-Präsident habe sich mit einem unnötigen Krieg in die Ecke manövriert, halten ihm seine Kritiker deshalb vor — zumal das Mullah-Regime mit immer extremeren Forderungen zu verstehen gibt, dass es von einem Kriegsende nichts wissen will. In der Tat ließ Teheran in den vergangenen Tagen aufhorchen, indem es Entschädigungen in Milliardenhöhe, die Freigabe eingefrorener Gelder sowie den Abzug aller US-Truppen aus der Region forderte. Vor diesem Hintergrund ist auch Trumps Truth-Social-Post von Montagnacht einzuordnen, in dem er den Iran auffordert, die Familien aller getöteten Demonstranten und US-Soldaten der letzten 50 Jahre finanziell zu entschädigen. Beide Seiten wissen, dass der Kriegsgegner ihre Forderungen nicht erfüllen kann und wird. Sie wollen lediglich zu verstehen geben, dass sie bereit sind, den Konflikt gegebenenfalls weiter in die Länge zu ziehen. Trump bleiben nun mehrere strategische Optionen, selbst wenn der andauernde Krieg in den USA unpopulär ist und Trumps Republikanern bei den Zwischenwahlen im November Verluste bringen könnte. Eine völlige Eskalation inklusive der Entsendung von US-Bodentruppen in Richtung Teheran ist eine Möglichkeit, von der Trump — der stets versprach, die USA aus internationalen Konflikten herauszuhalten — prinzipiell wenig hält. Ausgeschlossen ist sie nicht. Trump fordert ranghohe Berater wie Generalstabschef Dan Caine regelmäßig auf, auf ein derartiges Szenario vorbereitet zu sein. Und einflussreiche Republikaner geben hinter vorgehaltener Hand zu verstehen, dass Trump sein politisches Vermächtnis und eine permanente Lösung im Iran wichtiger sein könnten als das Resultat bei den Kongresswahlen. USA geht Munition ausGegen einen derartigen Schritt spricht das große Risiko und die Tatsache, dass wohl viele US-Soldaten ihr Leben lassen würden. Außerdem häufen sich die Berichte, wonach die Reserven an Waffen und Abwehrraketen niedrig seien. Zwar läuft die Produktion, um die Bestände aufzufüllen, auf Hochtouren. Doch dauert es Monate oder Jahre, bis Washington wieder über ein Arsenal wie vor dem Krieg verfügen kann. Nicht zuletzt schätzen die USA die militärischen Fähigkeiten des Iran weiterhin als brandgefährlich ein. Sonst hätten sie aus Angst vor einem Angriff auf die Air Force One Trump im Juli nicht per angedocktem Catering Container in ein kleineres Flugzeug verfrachtet, um ihn nach dem Nato-Gipfel aus Ankara auszufliegen. Am wahrscheinlichsten ist zumindest vorläufig eine Beibehaltung des Status Quo. „Der Iran hat kein Geld”, schrieb Trump auf Truth Social und das „Wall Street Journal” schätzt, dass Teheran durch die US-Blockade der Straße von Hormuz täglich 435 Millionen Dollar entgehen. Die Inflation im Iran sei außer Kontrolle, die Arbeitslosigkeit steige rasant und schon bald werde das Regime Schwierigkeiten haben, seine Soldaten zu bezahlen. Wer sitzt am längeren Ast?Darauf bezieht sich Trump, wenn er von einer „Schachpartie“ spricht. Die Frage wird sein, wer den längeren Atem hat. Bleibt die Lage unverändert, drohen dem Präsidenten politische Verluste in der Heimat und ein weiterer Rückgang seiner Zustimmungsrate. Gleichzeitig verweisen Ökonomen darauf, dass sich der Ölpreis trotz der gegenseitigen Hormuz-Blockade bei 80 bis 90 Dollar je Barrel eingependelt hat und die US-Wirtschaft zwar leidet, von einer waschechten Krise inklusive Rezession aber keine Rede sein kann. Dass Trump seine ursprünglichen Kriegsziele nicht erreicht hat und mit seinem Zeitplan von vier bis fünf Wochen weit daneben gelegen ist, würde der US-Präsident in dieser Form niemals sagen. Vielmehr versucht er zu kommunizieren, dass er am Ende durchaus am längeren Ast sitzen wird. Hinter den Kulissen setzen seine Berater darauf, dass dem Iran noch vor den US-Kongresswahlen das Geld ausgeht und der finanzielle Druck das Regime zu Zugeständnissen zwingt. Keine rasche Lösung in SichtTeheran wiederum scheint vorerst darauf zu bauen, dass Trump aus Angst vor einer Wahlschlappe weitere Rückzieher vollziehen wird. Trotzdem hüten sich die Mullahs vor einer Eskalation, wohl auch, weil sie einen US-Totalangriff inklusive Bodentruppen nicht ausschließen können. Am Dienstag eröffnet die US-Marine das Feuer auf ein Schiff, das die US-Blockade vor dem Persischen Golf durchbrechen wollte. Der Iran-Krieg ist zu einer Hängepartie geworden, mit völlig ungewissem Ausgang. Klar ist vorerst nur, dass eine rasche Lösung nicht in Sicht ist. Selbst Trump, der immer wieder von konstruktiven Verhandlungen zwischen beiden Seiten gesprochen hatte, schrieb zuletzt nur noch von „halbherzigen Gesprächen“. Mehr dazu

Quelle: thefocus.news

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