WeltReport

Unabhängigkeit der USA: Wie die USA unter Donald Trump ihre Unabhängigkeit feiern

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholenUnter Trump soll das US-Jubiläum natürlich besonders groß und spektakulär werden. Nicht allen ist nach. . .

Von @zeitonline · · 5 min Lesezeit

Unabhängigkeit der USA: Wie die USA unter Donald Trump ihre Unabhängigkeit feiern

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholenUnter Trump soll das US-Jubiläum natürlich besonders groß und spektakulär werden. Nicht allen ist nach Feiern zumute. Es gibt Kritik. Und einige Absagen. Ein Überblick4. Juli 2026, 11:05 UhrIhr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production. s3. eu-central-1. amazonaws. com/articles/fd5cd5b8-3114-487d-9232-ca75a2e970c1/full_07209c336ca32255691ef7017145ea4c5f813bf22e5665b1625db80bbbd9b0bdb0fdbe77c51275ae7bdfc3e5b4a610c8. mp3Dieser Hund gewann am Unabhängigkeitstag vor zwei Jahren einen Preis für das »patriotischste Outfit«. Ob er dieses Jahr wieder antritt?© Joseph Prezioso/ AFP/ Getty ImagesDie Feierlichkeiten zum250-jährigen Bestehen der USAhaben in Washington, D. C. bereits vergangene Woche begonnen. Unter dem MottoAmerica 250sollen sie am Unabhängigkeitstag am 4. Juli im ganzen Land ihren Höhepunkt finden. Natürlich dreht sich dabei alles vor allem um einen Mann:US-Präsident Donald Trump. Ein Überblick. Alle Fragen im Überblick:Was genau wird am 4. Juli gefeiert?Am 4. Juli 1776 erklärten 13 Kolonien in der berühmt gewordenenDeclaration of Independenceihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Es war das zweite Jahr des US-amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Ein zentraler Auslöser dessen war die Weigerung der Kolonien, Steuern und andere Eingriffe Großbritanniens zu erdulden, ohne dort selbst im Parlament vertreten zu sein(No taxation without representation). Gegen die Übermacht der britischen Truppen kamen sie zunächst nicht an. Erst die Unterstützung durch Spanien, die Niederlande und Frankreich brachte ihnen im Jahr 1781 den Sieg, 1783 wurde dann in Paris Frieden geschlossen. Die US-amerikanische Unabhängigkeit gilt als Beginn der politischen Moderne. Der bekannte Dokumentarfilmer Ken Burns sagt aberim Gespräch mit der ZEIT, Demokratie sei nicht das Ziel der Revolution gewesen: »Die Idee war vielmehr, dass eine führende Gruppe weißer Männer mit Besitztümern die Dinge lenken sollte. «Nach obenLink kopierenWas bedeutet den US-Amerikanern ihre Unabhängigkeit heute?Die Loslösung von Großbritannien wurde lange vor allem als eine Siegesgeschichte weißer Männer und Siedler erzählt; Indigene kommen in der Unabhängigkeitserklärung nur in rassistischer Weise vor, Sklaven wurden nicht als Träger der proklamierten Rechte anerkannt. Die erkämpfte Freiheit war also nicht die Freiheit aller. Trotzdem wurden in derDeclarationuniverselle Werte festgehalten, allen voran in dem Satz:All men are created equal– Alle Menschen sind gleich geschaffen. Zudem seien sie »von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet«: Leben, Freiheit, das Streben nach Glück. Sich daraus ergebende Leitbilder wie derAmerican way of lifeoder derAmerican Dreamhaben weltweit lange große Anziehungskraft ausgeübt. Klar ist aber auch, dass seit Trumps zweiter Präsidentschaft wieder zur Debatte steht, wer diese später Verfassung gewordene Selbstbestimmung für sich in Anspruch nehmen darf. Staatliche Antidiskriminierungsprogramme in der Tradition der Schwarzen Bürgerrechtsbewegungen der Sechzigerjahre werden von der US-Regierungrückabgewickelt, der Supreme Court stützt mit vielen seiner Entscheidungen Trumpsrigide Migrationspolitik, regierungskritische Demonstranten werden von den Republikanern regelmäßigals Radikale verunglimpft. Noch setzt sich dieSpaltung der USAalso weiter fort, es erscheint zweifelhaft, ob ausgerechnet das Semiquincentennial –der halbfünfhundertste Geburtstag– daran etwas ändert. Anzunehmen ist vielmehr, dass sich viele US-Amerikaner zum 4. Juli lieber ins Private zurückziehen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge wollen 44 Prozent der befragten US-Amerikaner den Tag mit Freunden und Familie verbringen. Nur etwa einer von zehn Befragten will eine der Veranstaltungen von America 250 besuchen. Große Events finden neben D. C. unter anderem in Los Angeles, Boston und Philadelphia statt. Der Anteil derer, die den Anlass überhaupt nicht feiern möchten, ist der Umfrage zufolge am ausgeprägtesten in der Gruppe der unter 30-Jährigen. Nach obenLink kopierenWas plant Donald Trump zum 250. Jubiläum?In Washington hat der US-Präsident für den Abend des 4. Juli»die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen«angekündigt. Er werde »eine Grundsatzrede halten, die Sie nicht verpassen wollen«, schrieb er in seinem Onlinedienst. Dank ihm könnten die US-Amerikaner zudem einem weiteren »historischen Schauspiel« beiwohnen, ergänzte er in Großbuchstaben: der »größten Feuerwerkshow der Geschichte«. In der US-Hauptstadt sollen an dem Tag Tausende Polizisten und 5. 000 Soldaten der Nationalgarde im Einsatz sein. Zum unfreiwilligen Symbol der Veranstaltung ist vorab das Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial geworden. DerReflecting Poolsollte zum Jubiläum eigentlich in Donald Trumps Wunschfarbe, dem Blau der amerikanischen Flagge, strahlen. Dafür ließ der US-Präsident das berühmte Wasserbecken Medienberichten zufolge für rund 14 Millionen US-Dollar »modernisieren«. Nun aber beschäftigen Algen und sich lösende Farbbeschichtung die Behörden. Der Pool ist neongrün. Trump machtenächtliche Saboteurefür die Probleme verantwortlich. Beweise dafür hat er nicht vorgelegt. Nach obenLink kopierenWelche Kritik gibt es an dem Programm?Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feier für einparteipolitisches Spektakelvor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Trump wiederum unterstellt den Demokraten, sie würden dieUSA»hassen«. Mehrere demokratisch regierte Bundesstaaten haben deshalb ihre Teilnahme an dem seit vergangener Woche laufenden Volksfest auf der National Mall abgesagt, darunter Oregon, Washington und Illinois. Auf der sogenannten Great American State Fair sollen Traditionen, Musik und Speisen aus allen 50 Landesteilen präsentiert werden. Auch für Trumps Rallye am 4. Juli gab es Absagen; Musikern wie The Commodores, Poison-Frontmann Bret Michaels und Fabrice Morvan vom Pop-Duo Milli Vanilli ist die Veranstaltung zu parteipolitisch aufgeladen. US-Medien wie dieNew York Timesund derAtlanticsprechen von einer »Schlacht« um die Gedenkfeiern. Landesweit sind am 4. Juli Proteste gegen die Trump-Regierung geplant. Man wolle »die Unabhängigkeit erklären von Trumps faschistischem Amerika«, schreiben die Aktivisten von Refuse Facism auf ihrer Homepage. Auch vor der US-Botschaft in Berlin soll demonstriert werden. Nach obenLink kopierenUnd die Fußballweltmeisterschaft?Klar,gekickt wird ja auch noch! Am 4. Juli finden in den USA zwei WM-Achtelfinalspiele statt, eines in Philadelphia, eines in Houston. WieThe Athleticschreibt, soll es vor beiden Partien jeweils eine dem 250. Jubiläum gewidmete Zeremonie geben. Welches Bild dort von den USA gezeichnet wird? Fifa-Chef undTrump-Freund Gianni Infantinowird’s wissen. Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AP. Nach obenLink kopieren

Quelle: zeit.de

Mehr zu Amerika