USA warnen: Private Router im Visier von Russland
Router© PexelsWählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-QuelleDigital LifeTarnung für Spionage und Cyberangriffe: US- und EU-Behörden schlagen Alarm wegen neuer Attacken russischer Hackergruppen. Bereits. . .

Router© PexelsWählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-QuelleDigital LifeTarnung für Spionage und Cyberangriffe: US- und EU-Behörden schlagen Alarm wegen neuer Attacken russischer Hackergruppen. Bereits imAprillösten weltweite Angriffe von russischen Hackern auf Router des chinesischen Herstellers TP-Link weltweitWarnungen von Sicherheitsbehördenaus. Hinter dem Angriff steckt die Hackergruppe APT28 („Fancy Bear“), die im Namen desrussischen Militärgeheimdienstes GRURouter infiltriert hatte. Am Montag veröffentlichtedie amerikanischeCybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA)erneut eine Warnung, laut der russische Hackergruppen wiederverstärkt Router angreifen. Der Warnung der US-Cybersecurity-Einheit schlossen sich auch die Sicherheitsbehörden zahlreicher europäischer Staaten an, darunterItalien,Frankreich, dieTschechische RepublikundPolen. ➤ Mehr lesen:Russischer Router-Hack: Was Experten empfehlenRussischer InlandsgeheimdienstDerartige Angriffe finden seit Jahren statt: Russische Hacker infiltrieren unzureichend geschützte Router, um diese unbemerkt als Werkzeug für ihre Operationen zu missbrauchen. „Cyberakteure des russischenFöderalen Sicherheitsdienstes (FSB), Zentrum 16, nutzen weiterhin weltweit schlecht konfigurierte und verwundbare Netzwerkgeräte aus und kompromittieren dabei opportunistisch Netzwerke mehrerer kritischer Infrastruktursektoren“, erklärte die CISA. Dieses Mal sollen die Hackergruppen Berserk Bear, Energetic Bear, Crouching Yeti, Dragonfly, Ghost Blizzard und Static Tundra hinter den Angriffen stecken. Hinter all diesen Gruppen sollFSB Center 16stecken, der russische Inlandsgeheimdienst. Die derzeitigen Router-Angriffe sollen aufKommunikationsdienste, dieVerteidigungsindustrie, dieEnergieversorgung,Finanzdienste,BehördenundGesundheitseinrichtungenabzielen. Die angegriffenen Router dienen den Hackern alsDeckung: Haben die Hacker erst die Kontrolle über einen Router erlangt, nutzen sie diesen für weitere Angriffe, etwa zuSpionagezwecken. Weil sie ihren schädlichen Datenverkehr über ein scheinbar unauffällig wirkendes Gerät umleiten, verringern sie damit die Wahrscheinlichkeit, dass Schutzmaßnahmen wie Firewalls die Angriffe automatisch blockieren. © CISASie durchsuchen das Internet zunächst nach Routern, die das Verwaltungsprotokoll SNMP nutzen und deren Passwörter und Zugangsdaten leicht zu erraten sind. Mit einerverschleierten IP-Adresse schickensie dann Befehle an den Router und weisen diesen an, eine Datei mit einem Namen wieconfig. bkpoderoutput. txtzu speichern, in der seine komplette Konfiguration aufgelistet wird. Diese wird dann an einen Server geschickt, den die Hacker kontrollieren und aus der sie weitere Details erfahren, etwa über einFirmennetzwerk. Wenn diese Strategie nicht funktioniert, nutzen sie eine bekannte Sicherheitslücke vonCisco-Routern. Österreich ist nicht betroffenÖsterreich hat sich der aktuellen Warnung bislang nicht angeschlossen. Zuständig für die Entfernung von durch Hacker kompromittierten Routern ist in Österreich dieDirektion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN). „Unzureichend gesicherte Router werden in Österreich in unregelmäßigen Abständen von staatlichen sowie kriminellen Cyberakteuren infiltriert und missbraucht. Diese Geräte werden für Verschleierungszwecke im Rahmen von Cyberoperationen verwendet“,erklärte die DSN der futurezone im April. „Im aktuellen Fall bestehenkeine Verbindungen zu Österreich. Allgemein gibt es in Österreich nichtsdestotrotzkompromittierte Edge Devices, bei denen die nationalen Sicherheitsbehörden bzw. CERT. at die Betroffenen kontaktiert hat, um auf die Kompromittierung hinzuweisen und um fremden Bedrohungsakteuren die Angriffsfläche zu vermindern“, teilt die DSN der futurezone zum aktuellen Fall mit. SchutzmaßnahmenDie CISA und die anderen Behörden, die vor den Router-Angriffen warnen, empfehlen verstärkte Schutzmaßnahmen. Man sollte etwa dieSNMP-Versionen 1 und Version 2 deaktivieren, weil diese keine Passwörter verschlüsseln. Stattdessen wird die Umstellung aufSNMP Version 3empfohlen. Noch besser sei es, das Verwaltungsprotokoll SNMP zur Gänze zu deaktivieren, wenn man es nicht für einen bestimmten Zweck unbedingt braucht. Zum Schutz des eigenen Routers sei zudem dasDeaktivieren von Cisco Smart Install auf allen Gerätenzu empfehlen. Außerdem gelte es grundsätzlich, Router und andere Geräte durch starke Passwörter undregelmäßige Firmware-Updateszu schützen. „Die DSN schließt sich den im CISA Advisory erwähnten Sicherheitsempfehlungen an“, sagt die DSN. „Über das Internet direkt anzusprechende Geräte benötigen eineerhöhte Aufmerksamkeit, für welche die Besitzerinnen und Besitzer verantwortlich sind. Des Weiteren ist es erforderlich Geräte auszutauschen, die aufgrund fehlender Wartung durch den Hersteller keine Updates mehr bekommen (End-of-Life-Geräte). “ Würde die Behörde einen Router identifizieren, bei dem eine Kontrollübernahme durch russische Hacker vermutet wird, tritt die DSNdirekt in Kontakt mit den Besitzerinnen und Besitzern der gehackten Geräte. „In den vergangenen Jahren nahm die DSN mehrmals Kontakt mit Besitzerinnen und Besitzern kompromittierter Geräte auf – mit dem Ziel der Systembereinigung“, sagte die Behörde im April.