USA: Zustimmung zu Trump sinkt - Basis des Präsidenten bröckelt
Die USA feiern ihren 250. Geburtstag. Doch statt in Feierstimmung sind viele US-Amerikaner unzufrieden mit der Politik des Präsidenten. Kehren die Menschen Donald Trump den Rücken?24. 06. 2026 | 47:26 minTränen. . .
Die USA feiern ihren 250. Geburtstag. Doch statt in Feierstimmung sind viele US-Amerikaner unzufrieden mit der Politik des Präsidenten. Kehren die Menschen Donald Trump den Rücken?24. 06. 2026 | 47:26 minTränen stehen in den Augen der jungen Frau. "Es war das Schlimmste, was ich je durchgemacht hatte", sagt sie mit leiser Stimme, "ich erkannte, dass viele meiner Überzeugungen nicht der Wirklichkeit entsprechen. "Carter Brown hat einen mutigen Schritt getan, sich abgewendet vonDonald Trump. Wir reden mit ihr in einem Vorort von Atlanta, Georgia. Für Brown war der Präsident eine Art Heilsbringer, die letzte Hoffnung für Amerika: "Einer, der so eine Art Prophezeiung erfüllt. "Ich habe nicht hinterfragt, was er jeden Tag tat, weil ich dachte, es geht um etwas Größeres. Carter Brown, ehemalige Trump-AnhängerinDie Mutter zweier Kinder stammt aus einer streng religiösen, evangelikalen Familie. Alles drehte sich um Gott, erzählt sie, es gab nur Gewissheiten, keine Zweifel bei Themen wie Abtreibung. Autorität wurde nicht hinterfragt, bis zu jenem Tag im August 2025. "Ich hatte ein wirklich traumatisches Gespräch mit einer Person, die mir nahesteht, mir wurde der Spiegel vorgehalten und ich war angewidert von dem, was ich sah. Eine Heuchlerin, eine Rassistin, eine, die fremdenfeindlich und transfeindlich ist. Eine, die nicht den Worten der Religion folgte, der ich angehöre. "Die Benzinpreise erreichten Ende Mai neue Höchststände, die Beliebtheitswerte für den US-Präsidenten neue Tiefststände, berichtete Elmar Theveßen in Washington. 28. 05. 2026 | 2:35 minAbkehr vom Trumpismus kostet ÜberwindungIhr Mann und ihre Kinder gaben ihr Halt, aber es war ein Kampf mit sich selbst, in der ständigen Angst, Familie und Freunde zu verlieren. "Es gibt Familienmitglieder, die weiter MAGA unterstützen, aber die Beziehung trotzdem aufrechterhalten wollen, auch wenn sie meine neuen Überzeugungen kennen", sagt Carter, und dann kommen ihr wieder die Tränen. "Es ist schwer, das zu erhalten, weil ich diese Menschen liebe. Aber sie glauben, dass ich unter einer Art spiritueller Täuschung stehe. Und das ist hart, weil ich dasselbe von ihnen glaube. "Im Gespräch spürt man deutlich, wie viel Überwindung notwendig ist, um sich vom Trumpismus loszusagen. Man riskiert, sein ganzes Umfeld, Familie, Freunde, Arbeitskollegen zu verlieren. Und man muss sich selbst einen großen Fehler eingestehen. Dreimal hat sie Donald Trump gewählt und damit, meint sie, vielen Menschen geschadet - Zuwanderern, Latinos, Schwarzen, politisch Andersdenkenden. Es "liest sich wie ein Zugeständnis an Iran", sagt Washington-Korrespondent Elmar Theveßen bei ZDFheute live über das Rahmenabkommen zwischen USA und Iran. 18. 06. 2026 | 10:37 minZustimmung für Trump schwindetCarter Brown ist kein Einzelfall. In Meinungsumfragen ist deutlich erkennbar, dass die Zustimmungsrate für den amerikanischen Präsidenten bröckelt. Bei seiner Kernwählerschaft, den Weißen ohne Hochschulabschluss, hat Donald Trump erstmals eine Mehrheit gegen sich. Bei einer Erhebung von "Fox News" von Mitte Mai lag der Anteil der Menschen aus dieser Wählergruppe, die seine Politik ganz oder teilweise ablehnen, bei 54 Prozent. In Bezug auf seine Wirtschaftspolitik liegt die Ablehnung sogar bei 67 Prozent. Loyalität oder Zweifel: Trumps Iran-Kurs spaltet seine BasisAuch bei den Latinos und Schwarzen sind die Zustimmungsraten deutlich geschrumpft. Und bei weißen Evangelikalen, die Trumps Politik zum Jahresbeginn noch mit 70 Prozent unterstützten, ist die Zahl jetzt auf 64 Prozent gesunken. Hauptgründe für den langsamen Stimmungswandel sind die hohen Preise und derIran-Krieg. Im Wahlkampf war der US-Präsident mit dem Versprechen angetreten, Kriege zu beenden. Wie die Iran-Intervention Trumps Anhängerschaft spaltet, erklärte USA-Experte Müller-Kaler im März bei ZDFheute live. 17. 03. 2026 | 16:24 minNachfrage nach Aussteiger-Gruppen wächstRich Logis hat "LEAVING MAGA" gegründet, einen Verband der Aussteiger aus dem Trumpismus. Er selbst war bis 2022 glühender Anhänger von Donald Trump. Wie so viele litt er an tiefen Zerwürfnissen innerhalb seiner Familie. "LEAVING MAGA" organisiert WhatsApp-Gruppen und Online-Chats. Man kann anonym teilnehmen, wenn man Angst vor Repressalien aus dem eigenen Umfeld hat. Die Nachfrage wächst, sagt Logis: "Es verschiebt sich gerade etwas im Land. Das Versprechen von niedrigeren Preisen ist nicht erfüllt. Die Strafzölle hat dankenswerterweise der Oberste Gerichtshof für verfassungswidrig befunden. Dann die vielen Leute, die ihre Regierungsjobs verloren haben durch das Ausweiden der Regierung und die Abschaffung von Institutionen und Behörden, die für die Vereinigten Staaten sehr wichtig sind. Und die Epstein-Akten. "Da kommen ganz viele Faktoren zusammen, wegen denen einige MAGA-Anhänger im Stillen ihre Treue zur Bewegung hinterfragen. Rich Logis, Gründer von "Leaving MAGA"Entscheidend sei es, den Zweiflern keine Vorwürfe zu machen wie zum Beispiel: Ihr wart ja zu dumm, um Donald Trump zu durchschauen. Man müsse Verständnis zeigen für ihre Fehleinschätzung: "Die Anhänger von MAGA sind im tiefsten Inneren gute Menschen. "Die meisten sind anständige Menschen, die Dir helfen, wenn Du am Wegesrand einen Platten hast. Aber sie sind verführt worden. Ihre natürlichen Ängste und Sorgen wurden ausgebeutet und manipuliert. Rich Logis, Gründer von "Leaving MAGA"Aussteiger wollen anderen Zweiflern Mut machenGenauso erging es auch Carter Brown: "Viele MAGA-Unterstützer haben nur einen bestimmten Satz an Informationen. Und ich wette, wenn sie die anderen Informationen auch hätten und sie in einer nicht bedrohlichen Form präsentiert bekämen, von jemandem, dem sie vielleicht trauen können, dann würden sie es sich anhören", so Brown. Wenn Du diesem Mann wirklich zuhörst, ohne dass andere Leute Dir sagen, was Trump gesagt hat, dann weiß ich nicht, wie irgendjemand ihn unterstützen kann. Carter Brown, ehemalige Trump-AnhängerinBrown fand aus den Depressionen heraus, indem sie unermüdlich Informationen sammelte, um ihre alten Überzeugungen zu dekonstruieren, wie sie sagt. Carter teilt ihre Erkenntnisse auch auf Social Media und kommt dabei ins Gespräch. Auch dass sie uns ein Interview gibt, bespricht sie mit ihren Followern. Sie will anderen, die zweifeln, Mut machen und wird bei den Kongresswahlen im November für die Demokraten stimmen. Elmar Theveßen ist Leiter des ZDF-Studios Washington. Wichtiger Hinweis in eigener SacheWer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → HierZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Über dieses Thema berichtete die Sendung "auslandsjournal - die doku" am 24. 06. 2026 ab 22:15 Uhr.