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Vier Raketenprojekte, ein Kalkül: Wie Europa die USA im Rüstungsmarkt halten will – und sich selbst stärkt

StartseitePolitikStinger, AMRAAM, Patriot: Europa schnürt XXL-RüstungspaketeStand:07. 07. 2026, 13:27 UhrKommentareUns auf Google folgenNATO-Gipfel in Ankara: Europäer sollen Stinger, AMRAAM und Patriot künftig. . .

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Vier Raketenprojekte, ein Kalkül: Wie Europa die USA im Rüstungsmarkt halten will – und sich selbst stärkt

StartseitePolitikStinger, AMRAAM, Patriot: Europa schnürt XXL-RüstungspaketeStand:07. 07. 2026, 13:27 UhrKommentareUns auf Google folgenNATO-Gipfel in Ankara: Europäer sollen Stinger, AMRAAM und Patriot künftig selbst bauen – mit US-Firmen. Was hinter dem Raketenpaket steckt. Ankara/Washinton, D. C. – Beim laufendenNATO-Gipfel in Ankara stehen amerikanische Raketen ganz oben auf der politischen Agenda. Wie aus vertraulichen Planungsunterlagen hervorgeht, die dem MagazinPoliticovorliegen, sollen auf dem dortigen NATO Defence Industry Forum weitreichende Vereinbarungen besiegelt werden. Europa plant einen US-Rüstungsdeals (Symbolbild). © SEAN M. WORRELL / US AIR FORCE / AFPDiese sehen vor, wesentliche Teile der Produktion oder der Wartung amerikanischer Waffensysteme nach Europa zu holen. Nach Informationen der arabischen ZeitungAsharq Al-Awsatwerden diese Abkommen vor Ort gezielt als „große Enthüllung“ inszeniert. Damit möchteNATO-Generalsekretär Mark Ruttedem US-PräsidentenDonald Trump– der die Allianz im Vorfeld scharf kritisierte und mit einem Austritt drohte – demonstrieren, dass die europäischen Alliierten ihr Geld in handfeste, gemeinsame militärische Fähigkeiten investieren. Trumps Notstandsgesetz: Der Zwang zur europäischen AutarkieMit dem Rüstungspaket will Europa eine fundamentale Doppelstrategie verfolgen. In militärischer Hinsicht hat derrussische Krieg gegen die Ukraineoffengelegt, wie dünn die westlichen Bestände sind. Die Rüstungsallianz benötigt dringend mehr Flugabwehrraketen, größere Vorräte und belastbarere Produktionslinien. Die NachrichtenagenturReutersberichtet in diesem Zusammenhang von erheblichen Kapazitätsengpässen in den USA: Die amerikanischen Waffenbestände sind sowohl durch die Unterstützung der Ukraine als auch durch den anhaltendenKonflikt im Iran stark dezimiert. Um die heimischen Lieferketten für Munition zu priorisieren, musste Trump Mitte Juni 2026 bereits den Defense Production Act aktivieren. Die Teilverlagerung von Produktionsschritten nach Europa soll daher auch dringend benötigte Kapazitäten in den US-Fabriken freimachen. In politischer Hinsicht wiederum müssen die Europäer Washington versichern, dass ihr industrieller Rüstungsschub amerikanische Konzerne nicht aus dem Markt drängen soll. Die Deals im Detail: Welche Waffensysteme jetzt nach Europa kommenDie Verhandlungen, deren Kernpunkte auch vonReutersunter Berufung auf Insider-Quellen bestätigt wurden, umfassen vier große Raketenprojekte:Stinger-Flugabwehrraketen:Deutschland und die Niederlande wollen gemeinsam mit dem NATO Support Partnership Committee und den USA europäische Fertigungskapazitäten für dieses Kurzstrecken-Flugabwehrsystem aufbauen. Dies soll Lieferketten stärken und den Aufbau strategischer Bestände ermöglichen. Die US-Regierung eröffnet hierfür einen Weg über sogenannteDirect Commercial Sales. AMRAAM-Raketen:Unter Führung der USA und des Herstellers Raytheon ist eine Absichtserklärung für eine Machbarkeitsstudie zur Ausweitung der Produktion der AIM-120C-8-Rakete in Europa geplant. Beteiligt sind Belgien, Kanada, Finnland, Deutschland, die Niederlande und Norwegen. Für Deutschland ist ein kurzer Auftritt eines hochrangigen Rüstungsbeamten vorgesehen. Patriot PAC-3:Eine weitere Absichtserklärung sieht den Aufbau industrieller Kapazitäten für eine europäische PAC-3-Wartungseinrichtung vor. An dieser kleineren Gruppe sind Deutschland, die Niederlande, Polen, Schweden, die USA sowie der Rüstungskonzern Lockheed Martin beteiligt. ATACMS:Lockheed Martin und Rheinmetall planen einen gemeinsamen Auftritt zu einer europäischen Produktionsinitiative für diese ballistische Kurzstreckenrakete, was in den Unterlagen vorerst als Fotogelegenheit vermerkt ist. Die Berliner Linie: Heimische Produktion mit US-PartnernDas Raketenpaket ist eng mit der US-geführten Initiative „Procurement Coalitions“ verknüpft, an der neben zahlreichen Staaten auch Konzerne wie Kongsberg, Raytheon und Boeing teilnehmen. Eine gesonderte Bewertung dieser Initiative besagt lautPolitico, dass Washington das Projekt strategisch nutzt, um sich „im Schatten“ europäischer EU-Initiativen weiterhin als unverzichtbarer Partner auf dem europäischen Rüstungsmarkt zu positionieren. Für die Bundesregierung ist das Kalkül dabei pragmatisch: mehr in Europa bauen, aber Amerika im Spiel halten. Einem deutschen Vermerk zufolge fügt sich der US-Ansatz nahtlos in das deutsche Modell gemeinsamer Beschaffung ein, wie es bereits beim Panzer Leopard 2 A8, bei Munition und dem Flugabwehrsystem IRIS-T SLM praktiziert wird. (Quellen: Politico, Asharq Al-Awsat, Reuters, Welt)(frs)

Quelle: merkur.de

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