Vor Abenteuer USA: Zwölfjähriger aus Saarlouis träumt von der Baseball-Nationalmannschaft
Auf der nationalen und internationalen Bühne hat sich Maximilian Keller schon präsentieren dürfen. Jetzt reist der Junge aus Saarlouis in die USA – und zwar für eine Sportart, die dort sehr beliebt ist, hierzulande aber kaum wahrgenommen wird.

SportSaar-SportRegionalsportVor Abenteuer USAZwölfjähriger aus Saarlouis träumt von der Baseball-NationalmannschaftSaarlouis·Auf der nationalen und internationalen Bühne hat sich Maximilian Keller schon präsentieren dürfen. Jetzt reist der Junge aus Saarlouis in die USA – und zwar für eine Sportart, die dort sehr beliebt ist, hierzulande aber kaum wahrgenommen wird. 11. 07. 2026 , 21:03 UhrMaximilian Keller von den Saarlouis Hornets erwartet als „Batter“ den gegnerischen „Pitch“, also den geworfenen Ball des gegnerischen „Pitchers“. Diesen muss er mit einem gekonnten Schlag ins Feld zurückbefördern. Foto: Michael Keller„Wenn wir oder Max erzählen, dass er Baseball spielt, sind die meisten doch sehr erstaunt, dass das hier überhaupt möglich ist im Saarland“, berichtet Michael Keller aus Erfahrung. Er ist der Vater von Maximilian und fügt an: „Aber der Verein ist toll und hat es auch uns als Neulingen supereinfach gemacht, eine Liebe zu dem Sport zu entwickeln. “ Besagter Verein sind die „Hornets“, die in der St. Nazairer Allee in Saarlouis beheimatet sind. Dort spielt Maximilian Keller seit rund fünf Jahren Baseball. „Zum Baseball bin ich 2021 gekommen. Nach der Corona-Pandemie haben wir einen Sport für mich gesucht und Werbung für den ‚Kids Day‘ der Hornets gesehen. Wir sind hin, es hat mir viel Spaß gemacht – und ich wollte das gerne weitermachen“, erzählt Maximilian. Eine feste Spielposition hat der Saarlouiser, der an diesem Samstag, 11. Juli, seinen zwölften Geburtstag feiert, nicht. Noch nicht, jedenfalls. Denn auch das gehört zum Teil der Ausbildung. So schleudert Keller das knapp 150 Gramm schwere Spielgerät als „Pitcher“ in Richtung des gegnerischen Schlagmanns. Auf der „Shortstop“-Position koordiniert Keller die Spielzüge, trägt dabei also die Verantwortung für den Spielablauf. Oder aber er findet sich im „Outfield“ wieder, dem Außenfeld also, von wo geschlagene Bälle schnell wieder ins Innere des Spielfelds geworfen werden müssen. Der zwölfjährige Maximilian Keller von den Saarlouis Hornets reist im August zu einem Nachwuchs-Baseball-Turnier in die USA. Foto: Michael KellerIn der Altersklasse der Schüler misst er sich mit den Saarlouis Hornets im regulären Ligabetrieb mit Konkurrenz aus Trier, Kaiserslautern oder Mainz. Denn viele Vereine gibt es in der Großregion nicht. Der deutsche Baseball- und Softball-Verband lag 2024 mit knapp 25. 000 Mitgliedern im deutschlandweiten Vergleich von Sportverbänden nach Mitgliederzahlen auf dem 45. Platz. Michael Keller erzählt: „Es gibt im Südwesten relativ wenige Teams, und Baseball ist in anderen Ländern stellenweise etwas bekannter. Daraus resultiert ganz automatisch, dass es in diesen Regionen mehr Turniere gibt und auch jede Menge gute Teams. Um sich im Sport weiterzuentwickeln, ist es wichtig, sich mit starken Gegnern zu messen und andere Erfahrungen zu machen. “So vertrat Sohn Maximilian den Südwestdeutschen Baseball- und Softballverband im Mai bereits zum vierten Mal beim jährlich stattfindenden Länderpokal in Köln. „Dort habe ich dieses Jahr meinen ersten ,Home Run‘ geschlagen – und kurz darauf noch einen. Das hatte ich mir schon lange gewünscht“, berichtet der Nachwuchssportler stolz, der auch schon internationale Erfahrung gesammelt hat. Beim „Pony Cup“ in Wien im März etwa oder drei Monate später beim „Archers Cup“ in London. Seine vielleicht aufregendste Reise steht aber erst bevor. Denn vor knapp einem Monat traf per E-Mail eine ganz besondere Nachricht bei Familie Keller ein. Maximilian erhielt eine Einladung zur „Cal Ripken World Series“, einem internationalen Jugend-Turnier seiner Altersklasse, das vom 6. bis zum 17. August in Branson im US-Bundesstaat Missouri stattfindet. Als Spieler der „Mentals“, einem Team, das sich aus Talenten aus der Bundesrepublik zusammensetzt, nimmt er den weiten Weg über den Großen Teich in Angriff. „Das wird unsere erste Reise in die USA und ein Riesen-Abenteuer“, meint Michael Keller, während Sohn Maximilian sagt: „Wir werden das einzige deutsche Team sein. Nach Amerika zu fliegen, um Baseball zu spielen, ist schon richtig toll. Das habe ich mir schon lange gewünscht, ich dachte aber nicht, dass es so schnell klappt. Ich habe mich richtig doll gefreut, dass ich mitfahren soll, und bin sehr aufgeregt. “Und vielleicht bringt diese Reise über den Atlantik den Zwölfjährigen seinem großen Traum ein kleines Stückchen näher, denn Maximilian Keller sagt: „Ich möchte unbedingt für die Nationalmannschaft spielen. Dieses Jahr hat das leider nicht geklappt, aber das ist mein Ziel für die nächsten Jahre. “(nbo/mak)