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Warum baut AlzChem sein Nitroguanidin-Werk in den USA?

Der bayerische Spezialchemie-Konzern AlzChem errichtet in South Carolina eine neue Nitroguanidin-Produktion, abgesichert durch einen Vertrag mit der US-Regierung. Für Entscheider zählt weniger das Werk selbst. . .

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Warum baut AlzChem sein Nitroguanidin-Werk in den USA?

Der bayerische Spezialchemie-Konzern AlzChem errichtet in South Carolina eine neue Nitroguanidin-Produktion, abgesichert durch einen Vertrag mit der US-Regierung. Für Entscheider zählt weniger das Werk selbst als die Frage, warum das Wachstum über den Atlantik wandert und die Wertschöpfung trotzdem in Bayern bleibt. drweb. de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAlzChem hat den Standort für sein erstes US-Werk festgelegt: Bushy Park in South Carolina, rund 130 Millionen Euro Investition, Produktionsstart 2029. Hinter der nüchternen Standortmeldung steckt eine Weichenstellung, die zeigt, wohin das Kapital in der wehrtechnischen Chemie gerade fließt. Das Wichtigste in KürzeRund 130 Millionen Euro (150 Millionen US-Dollar) investiert AlzChem in ein Nitroguanidin-Werk in Bushy Park, South Carolina. Ein Vertrag mit der US-Regierung und öffentliche Fördermittel von Bund, Bundesstaat und County sichern das Projekt ab. Baubeginn ist 2027, die Produktion soll 2029 anlaufen, die Vorprodukte bleiben in Trostberg. Nitroguanidin ist ein Grundstoff für dreibasige Treibladungspulver, die im Westen knapp sind. Warum baut AlzChem ausgerechnet in den USA?US-Vertrag und Fördermittel senken Investitionsrisiko für AlzChems Nitroguanidin-Produktion als strategischer heimischer LieferantEin Vertrag mit der US-Regierung und öffentliche Fördermittel senken das Investitionsrisiko, während Washington aus strategischen Gründen einen heimischen Nitroguanidin-Lieferanten sucht. AlzChem produziert dort, wo Nachfrage und Fördergeld zusammenkommen. Nitroguanidin steckt als Grundstoff in dreibasigen Treibladungspulvern für Artilleriemunition. Der Krieg in der Ukraine hat die westlichePulver-Knappheitoffengelegt, und die USA bauen ihre Munitionsbasis seither im Eiltempo wieder auf. Das US-Beschaffungsrecht bevorzugt heimische Quellen bei kritischen Energieträgern, ein einzelner ausländischer Lieferant gilt alsstrategisches Risiko. Genau diese Lücke besetzt AlzChem, abgesichert durch einen noch zu finalisierenden Vertrag mit der US-Regierung sowie Fördermittel von Bund, South Carolina und Berkeley County. [1]Wie teilt AlzChem die Wertschöpfung mit Trostberg?Die chemischen Vorprodukte entstehen weiter im bayerischen Trostberg, nur die Endstufe der Nitroguanidin-Synthese wandert nach South Carolina. AlzChem verlagert kein Werk, sondern hängt eine Endfertigung nah an den US-Kunden. Der Konzern trennt die Wertschöpfung bewusst: Das chemischeKern-Know-howrund um die Cyanamid-Chemie bleibt in Deutschland, die letzte Synthesestufe rückt an den Absatzmarkt. Trostberg sichert so Beschäftigung, während das Wachstum in den USA entsteht. Parallel verdoppelt AlzChem gerade die Nitroguanidin-Kapazität in Trostberg. Das US-Werk ist damitkein Ersatz, sondern der nächste Ausbauschritt. „Mit der Entscheidung für den Standort in South Carolina setzen wir unsere internationale Wachstumsstrategie konsequent fort“, sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Niedermaier. Der bayerische Spezialchemie-Konzern baut in South Carolina, die Vorprodukte bleiben in Deutschland. 130 Mio. €Investition in Bushy Park (rund 150 Mio. US-Dollar)2029Produktionsstart, Baubeginn 20273Förderebenen: US-Bund, South Carolina, Berkeley CountyGeteilte Wertschöpfung über den AtlantikTrostberg, DeutschlandChemische Vorprodukte und Kern-Know-how bleiben in Bayern. Bushy Park, USANur die Endstufe der Nitroguanidin-Synthese entsteht neu. Nitroguanidin ist ein Grundstoff dreibasiger Treibladungspulver für Artilleriemunition, die im Westen knapp sind. Was bedeutet der US-Kurs für Deutschland und die EU?Ein deutscher Champion baut seine nächste wehrtechnische Anlage mit US-Staatsgeld statt EU-Förderung. Das verschärft den Subventionswettlauf um Munitionskapazitäten, den die EU mit eigenen Programmen erst spät begonnen hat. Der Schritt reiht sich in den wehrtechnischen Umbau der deutschen Industrie ein, vomRüstungs-Einstieg des Motorenbauers Deutzbis zumU-Boot-Auftrag für TKMS. Und er folgt einem zweitenMuster: Die Chemiebranche verlagert Wachstumsinvestitionen längst dorthin, wo Staaten mitzahlen, wie zuletztBASF mit seinem China-Kurs. Nicht das Werk ist die eigentliche Nachricht, sondern die Richtung. Wachstumskapital für wehrtechnische Chemie fließt dorthin, wo der Staat mitfinanziert, und das ist gerade nicht die EU. — Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. WebDie EU zieht mit Programmen wie ASAP für die Munitionsproduktion nach, kommt aber später und kleiner. Für einen Energieträger, dessen Ausfuhr aus Deutschland streng genehmigungspflichtig ist, umgeht dieFertigung im Zielmarktzudem heikle Exportfragen. Für Entscheider lohnt der Blick weniger auf das einzelne Werk als auf die Geldströme dahinter: Wo Bund, Bundesstaat und County gemeinsam fördern, entstehen die Kapazitäten, um die Europa noch ringt. In wehrnahen Lieferketten wird die US-Förderkulisse damit zumStandortfaktor, den Planer ernst nehmen sollten. Quelle[1] AlzChem Group AG:„Alzchem Group AG accelerates International Expansion: Location for New Production Facility in the USA Selected“↩Mehr Newshunger?1,6 Milliarden Euro: Deutz übernimmt den Panzerbauer FFG und wird zum RüstungskonzernZwölf U-Boote für Kanada: Warum TKMS noch keinen Vertrag hatVom Hafenshuttle zum Frontkonvoi: Daimler Truck und Quantum Systems bauen den autonomen Bundeswehr-LkwVom Hochofen zum Lichtbogen: Warum Salzgitter HKM allein weiterführtBASF nach 100 Tagen in China profitabel, während Ludwigshafen 2,3 Milliarden spart

Quelle: conterest.de

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